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“Der Kalte Tau”
Dao-Yin im Oktober * |

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9-2 Regulierung des Atems
Kalligraphie “xi” - der Atem
Es ist wichtig zu lernen, den Atem so zu regulieren, dass wir genug Essenz aus der Luft gewinnen, damit das Luft-Qi den
Körper nicht überreizt und ihn zu sehr zu mit Yang füllt. Wir müssen uns um die Qualität der Luft kümmern, die wir einatmen und die verschiedenen Atemmethoden kennen lernen, die für verschiedene Ziele eingesetzt werden. Im ersten
Stadium der Regulierung unseres Atems wird er ruhig, gleichmäßig und friedvoll. Wenn wir diesen Punkt erreicht haben,
ist der nächste Schritt, den Atem tief, knapp, lang und weich zu machen. Das ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Qigong Praxis.
Um den Atem ruhig, gleichmäßig und friedvoll zu machen, müssen wir zuerst unseren Geist regulieren. Wir haben gesehen, dass der Geist das Hauptschaltzentrum unseres gesamten Seins ist. Ist unser Geist nicht ausgeglichen und ruhig, sind unsere Emotionen aufgewühlt. Die Emotionen hängen eng mit unserem Atem zusammen. Wenn wir z.B. wütend oder aufgeregt sind, atmen wir stärker aus als ein. Wenn wir traurig sind, atmen wir stärker ein als aus. Wenn unser Geist friedvoll und ruhig ist, sind Ein- und Ausatmung in etwa gleich lang.
Deshalb müssen wir bei Qigong Atemübungen zuerst den emotionalen Geist regulieren. Dadurch können wir auch unseren Atem regulieren, der wiederum es uns erlaubt, den Geist tiefer zu regulieren. Je ruhiger und tiefer der Geist ist, desto ruhiger und tiefer wird der Atem sein. Nachdem man lange Zeit geübt hat, ist der Atem voll und knapp und unser Geist ist sehr klar. Es heißt: „ Xin Xi Xiang Yi“, das bedeutet „Herz (Geist) und Atem (sind) abhängig voneinander“. Wenn wir diesen meditativen Zustand erreichen, verlangsamt sich der Herzschlag und unser Geist ist sehr klar; wir haben die Sphäre der wirklichen Meditation erreicht.
Wenn der emotionale Geist aufgewühlt ist, betrifft das normalerweise nicht nur unseren Atem, sondern auch den Qi-Fluss. Machen wir uns klar, dass unsere Emotionen auf die inneren Organe bezogen sind. Z.B. kann Ärger ein Ungleichgewicht in der Qi-Zufuhr der Leber bewirken. Glücksgefühle können unser Herz „yangisieren“. Furcht kann die Qi-Zufuhr zur Blase beeinträchtigen. Es ist somit offensichtlich, dass wir zur Regulierung des Qis in unserem Körper zuerst den emotionalen Geist regulieren müssen. Die Regulierung des Atems hilft uns dabei.
Die andere Seite der Medaille ist, dass wir unseren Atem auch benutzen können, um das Yi zu steuern. Wenn unser Atem gleichmäßig ist, ist es als ob wir das Yi hypnotisieren würden, was dabei hilft es zu beruhigen. Es gibt aber eine andere Methode, wie wir den Atem nutzen können, um das Yi zu steuern. Immer wenn man Nahrung oder Luft von minderwertiger Qualität aufnimmt, neigt man dazu, Sodbrennen durch das Übermaß an Feuer-Qi zu bekommen, das normalerweise im mittleren Dantian sitzt (Solarplexus). Dadurch werden die Emotionen aufgerührt und unser Weisheits-Geist (Yi) wird gestört. Wenn wir den Atem regulieren, um das Herz Feuer zu zerstreuen und den emotionalen Geist (Xin) zu regulieren, beruhigen wir auch unser Yi.
Wir haben festgestellt, dass Yi und Atem voneinander abhängen. Tiefes und ruhiges Atmen entspannt uns, hält den Geist klar und füllt die Lungen mit viel Luft, so dass das Gehirn und der gesamte Körper eine angemessene Zufuhr an Sauerstoff bekommen. Weiter ermöglicht tiefes und ruhiges Atmen die Hebung und Senkung des Zwerchfells, wodurch die inneren Organe massiert und stimuliert werden. Deshalb werden Übungen zur tiefen Atmung auch „Übungen der inneren Organe“ genannt.
Zum Schluss noch ein weiterer Punkt: Die Regulierung des Atems ist nicht nur der Schlüssel, um den Geist in ein tieferes und ruhigeres Stadium der Meditation zu führen, sie ist auch der Schlüssel um das Qi zu den Körpergliedern und zur Haut zu führen. Wenn das Qi zu den Körpergliedern geleitet wird, kann es die Leitbahnen in den Gliedern öffnen und den großen Kreislauf vervollständigen (Da Zhou Tian) und auch die Effizienz der Muskeln zu mehr Kraft steigern, die in den Kampfkünsten benötigt wird. Wenn das Qi zur Haut gelenkt wird, können wir den Schild des Schutz-Qis stärken und vergrößern, was uns vor Krankheit bewahren kann, die durch äußere negative Einflüsse hervorgerufen werden.
Als nächstes besprechen wir die dreizehn Methoden der Regulierung des Atems, die im Qigong benutzt werden. Wir fangen
dabei mit der grundlegendsten Methode an und schließen mit der fortgeschrittensten. Da jedoch die fortgeschritteneren Methoden, sowohl in der Theorie als auch in der Praxis schwierig sind, ist es unmöglich, sie hier in der Tiefe
darzustellen. Eine ausführlichere Besprechung dieser fortgeschrittenen Techniken wird in späteren Ausgaben erscheinen.
Wir danken Marlies Jeismann für die Übersetzungarbeit an
Dr, Yang, Jwing-Ming’s Werk
“The Roots of Chinese Qigong”
Kapitel Kapitel 9, Regulierung des Atems (Tiao Xi)
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