|
*
Meditations-Text aus:
“Das Geheimnis der Goldenen Blüte
”
21. Wenn wir ruhig sitzen und schläfrig werden, ist dies Vergessenheit.
Die Vergessenheit abzuwehren ist einfach eine Frage der Kontrolle des Atmens. Der „Atem“ ist hierbei das Ein- und Ausatmen, doch nicht das „wahre Atmen“.
Nichtsdestotrotz ist das wahre Atmen darin enthalten.
22. Wenn immer wir sitzen, sollten wir unseren Geist zur Ruhe bringen und die Energie bündeln. Wie können wir den Geist zur Ruhe bringen?
Das Werkzeug liegt im Atmen, aber nur der Geist weiß, daß wir ein- und ausatmen; lassen wir nicht den Atmen mit den Ohren hören. Wenn wir ihn nicht hören, ist der Atem fein; und wenn das Atmen fein ist,
ist der Geist klar. Wenn wir ihn hören, ist der Atem grob, was bedeutet, daß der Geist umnebelt ist. Umnebelung bedeutet Vergessenheit, so ist es natürlich, daß wir uns schläfrig fühlen.
Selbst dann sollten wir unseren Geist auf den Atem ausrichten.
23. Es ist auch wesentlich für uns zu verstehen, daß dieses Mittel nicht mechanisch oder mit Gewalt angewendet wird.
Bewahren wir nur ein feines Schauen und Zuhören.
24. Was ist „Schauen“? Es ist das Licht der Augen, das spontan scheint, die Augen schauen dabei nur nach innen und nicht nach außen.
Nicht nach außen schauen, aber dabei wachsam sein ist inneres Schauen; es gibt in Wirklichkeit nicht so etwas wie nach innen schauen.
25. Was ist „Zuhören“?
Es ist das Licht der Ohren, das unmittelbar zuhört, wobei die Ohren nur nach innen lauschen und nicht nach außen. Nicht nach außen lauschen und doch aufmerksam zu sein ist gleichbedeutend mit nach innen lauschen;
in Wirklichkeit gibt es aber nicht so etwas wie nach innen Lauschen.
26. Horchen bedeutet auf das Lautlose hören; Schauen heißt auf das Formlose schauen.
27. Wenn die Augen nicht nach außen schauen und die Ohren nicht nach außen hören, sind sie eingeschlossen und neigen dazu innerlich herumjagen. Nur durch innengerichtetes Schauen und innengerichtetes Lauschen
können wir sowohl dieses innere Rasen als auch die Vergessenheit dazwischen verhindern. Das ist die Bedeutung von Sonne und Mond, die ihre Vitalität und ihr Licht vereinen. “ ming “
*
|